Bildungsgigant beschuldigt Google der Geschäftszerstörung

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Das amerikanische Bildungstechnologieunternehmen Chegg hat eine Klage gegen Google eingereicht und beschuldigt den Suchgiganten, mit seinen KI-generierten Übersichten die Nachfrage nach Originalinhalten zu untergraben und die Fähigkeit der Verlage, auf dem Markt zu konkurrieren, zu zerstören.

Laut der am Montag in Washington eingereichten Klage eignet sich Google die Inhalte der Verlage an, um Nutzer auf der eigenen Website zu halten, wodurch finanzielle Anreize für die Erstellung originaler Materialien zerstört werden. Langfristig wird dies zu einem „ausgehöhlten Informationsökosystem führen, das weder nützlich noch vertrauenswürdig sein wird“, behauptet das Unternehmen.

Chegg mit Sitz in Santa Clara (Kalifornien) bietet Dienstleistungen wie Lehrbuchvermietung, Hausaufgabenhilfe und Nachhilfe an. Das Unternehmen behauptet, dass Googles KI-Übersichten zu einem erheblichen Rückgang der Besucher und Abonnenten geführt haben. Die Situation ist so kritisch, dass Chegg laut CEO Nathan Schultz nun einen Verkauf oder den Rückzug vom öffentlichen Markt in Betracht zieht.

„Unsere Klage betrifft nicht nur Chegg – sie betrifft die gesamte digitale Verlagsbranche, die Zukunft der Internetsuche und den Zugang der Studenten zu hochwertigem schrittweisem Lernen, das durch minderwertige, ungeprüfte KI-Zusammenfassungen ersetzt wird“, erklärte Schultz.

Die Chegg-Aktien schlossen am Montag bei 1,57 $, was 98% unter ihrem Höchstwert von 2021 liegt. Im November kündigte das Unternehmen eine Personalreduzierung um 21% an.

Google-Sprecher Jose Castaneda bezeichnete die Behauptungen als unbegründet: „Mit KI-Übersichten finden Menschen die Suche nützlicher und nutzen sie häufiger, was neue Möglichkeiten für die Entdeckung von Inhalten schafft. Google sendet täglich Milliarden von Klicks an Websites im gesamten Internet, und KI-Übersichten leiten den Verkehr zu vielfältigeren Ressourcen.“

Chegg behauptet, dass Verlage Google erlauben, ihre Websites zu indexieren, um Suchergebnisse zu generieren, die Google durch Werbung monetarisiert. Im Gegenzug erhalten die Verlage Suchverkehr. Laut dem Unternehmen zwingt Google die Verlage jedoch jetzt, die Verwendung ihrer Informationen für KI-Übersichten und andere Funktionen zu erlauben, was zu einer Reduzierung der Website-Besucher führt.

Diese Klage gilt als die erste, in der ein einzelnes Unternehmen Google beschuldigt, durch die Verwendung von KI-Übersichten gegen Kartellgesetze zu verstoßen. Bereits 2023 hatte eine Zeitung aus Arkansas in einer Sammelklage im Namen der Nachrichtenbranche ähnliche Vorwürfe erhoben.

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